Achtung

Augen auf bei
Direktinvestments!

Lassen Sie sich nicht von hohen Renditen blenden!

Direktinvestments scheinen eine solide Investitionsmöglichkeit zu sein. Statt in die meist undurchsichtigen Strukturen eines Fonds zu investieren oder nachrangige Darlehen an Unternehmen zu gewähren - mit nicht zu leugnendem Totalverlustrisiko, klingt das Direktinvestment - also der Kauf von Sachwerten, wie Container, Zugwaggons, Diamanten, Windräder oder auch Pflanzen, wie Kakaobäume oder Ölpalmen - als sichere Möglichkeit, sein Geld zu vermehren.

Direkte Investitionen und kurze Laufzeiten, das trifft den Nerv der Anleger. Geworben wird mit hohen Renditen und vertraglich zugesichertem Rückkauf der Sachwerte nach Ende der Laufzeit. Da kann doch eigentlich nichts schiefgehen! Oder doch?

Ein Blick hinter die Fassade der Werbebroschüren lässt allerdings Zweifel aufkommen, die man berücksichtigen sollte, wenn man daran denkt ein Direktinvestment zu tätigen.

Auch das Thema Steuern muss beachtet werden. Anleger sind zivilrechtliche Eigentümer. Das wirtschaftliche Eigentum wird aus steuerlicher Sicht dem Mieter zugeordnet. Somit liegt eine Kapitalüberlassung vor. Mit der Folge: Investoren erzielen Einkünfte aus Kapitalvermögen, die sie mit ihrem persönlichen Satz versteuern müssen. Die Rendite fällt daher geringer aus als angegeben.

Sucht man bei Google nach Direktinvestment stößt man direkt auf die Seite direktinvestment.de. Im Impressum steht die Direktinvestment GmbH und aus dem Unternehmensregister ist ersichtlich, dass es sich hierbei nur um einen Vermittler von Direktinvestments handelt.

Angeboten werden bei diesem Vermittler Investitionsmöglichkeiten wie zum Beispiel Container-Direktinvestment, Eisenbahn-Direktinvestment und Diamanten-Direktinvestment. Diese haben wir einmal genauer unter die Lupe genommen und für Sie hinterfragt.

Container-Direktinvestment

Der Anlegern wird mit seiner Investition Eigentümer von Containern, Logistik-Equipment-Einheiten wie Wechselkoffer, Tankcontainer oder andere Transportbehältnisse. Diese werden z.B. an Reedereien für eine Laufzeit vom 3-5 Jahre vermietet. Ausgegangen wird davon, dass die Produktion von Neucontainern niedrig gehalten wird, damit die Preise möglichst mittel- bis langfristig auf einem hohen Niveau bleiben. Der festgelegte Mietpreis generiert dann permanente Zahlungsströme. Die Leasingraten für Container pendeln zwischen 0,65 Dollar und 0,95 Dollar pro Tag. Die Vermietergesellschaft kauft das Logistik-Equipment dann zu einem im Vertrag feststehenden Kaufpreis zurück.

Die Vermietergesellschaft ist in diesem Beispiel die BoxDirect AG - ein sehr junges Unternehmen ohne hinterlegte Bilanzen, die Rückschluss auf das vorandene Kapitalvermögen geben würden. Wie ist in einem solchen Fall der Rückkauf der Container gesichert? Kann das Unternehmen für diese Kosten überhaupt aufkommen, insbesondere wenn viele Rückkäufe von Investoren in einem engen Zeitfenster anstehen? Exisitert das Unternehmen dann überhaupt noch? Was geschieht mit den Containern, wenn Sie beschädigt sind und nicht mehr vermietbar sind? Wer kommt für die Instandsetzung in einem solchen Falle auf und wer zahlt die Standgebühren für den Container? Letztlich sind Sie der Besitzer und müssen sich um Ihr Eigentum kümmern - auch wenn es am Ende die Verschrottung ist. Ihr eingesetztes Kapital ist dann zum größten Teil verloren.

Container-Direktinvest

Eisenbahn-Direktinvestment

Eisenbahn-Direktinvest
Den eigenen Waggon besitzen und direkt an den interessanten Marktgegebenheiten des Schienengüterverkehrs partizipieren. Klingt gut, aber auch hier muss einiges hinterfragt werden...

Bei diesem Direktinvestment kaufen bis zu 4 Investoren einen Waggon, der im Schienengüterverkehr eingesetzt wird. Ein ganzer Waggon ist ab €18.000,-- bis €58.400,-- zu erwerben. Nach Abschluss eines Kaufvertrages wird der Käufer in das Eisenbahnregister eingetragen, und somit als Eigentümer des Waggons ausgewiesen. Der Waggon wird vermietet, die Mietzahlungen sollen eine Rendite von 5,83% vor Steuern bringen. Nach 4 Jahren kauft der Vertragspartner den Waggon zu dem vertraglich fest vereinbarten Rückkaufpreis zurück. Dieser ist aber bereits deutlich geringer und wird durch die Mieteinnahmen eines Jahres kompensiert.

Auch hier stellt sich die Frage, ist der Rückkauf wirklich gesichert? In den Verträgen wird die Oak Capital Rail Invest GmbH als Vertragspartner genannt. Die Bilanzen des Unternehmens zeigen auf, dass zum Ende des Jahres 2012 kein Kapital für Rückkäufe existiert. Fraglich auch, ob das Unternehmen Bestand hat. Die Risiken für die Beschädigung eines Waggons besteht natürlich ebenso. Und am Ende steht der Waggon im Garten, wenn man dazu aufgefordert wird, ihn von den Gleisen zu beseitigen.

Diamanten-Direktinvestment

Diamanten sind als Investment für Kleinanleger nicht geeignet...!

Schmuck-Diamanten sind eine Sachanlage. Doch im Gegensatz zu dem feststehenden Goldpreis, bestimmt den Preis eines Diamanten das Angebot und die Nachfrage. Ob ein Diamant also nach einigen Jahren trotz der Zertifikate seinen Kaufpreis wieder einbringt, ist unsicher. Jeder Diamantenhändler wird unterschiedliche Angebote abgeben. Zudem bringen Diamanten auch keine Rendite, Gewinne sind nur aus An- und Verkauf zu generieren. Die Lagerung der Steine erfolgt in einem Sicherheits-Zollfreilager in der Schweiz, was außerdem regelmäßig Kosten verursacht und berücksichtigt werden muss.

Diamanden-Direktinvest